Garantie für Photovoltaikanlagen - Hallenbau.com

2. September 2013

Garantie für Photovoltaikanlagen

Leistungsgarantie und Produktgarantie für Photovoltaikanlagen – lohnt sich das?

Anbieter von Photovoltaikanlagen sind selbstverständlich daran interessiert, zu verkaufen und bieten daher Garantien von mitunter 25 bis 30 Jahren auf die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte an. Hiermit garantieren sie eine bestimmte Leistung, die ihre Anlage nach einer bestimmten Zeitspanne noch zu erbringen hat. Die Produktgarantie hingegen deckt Konstruktionsfehler ab. Die Wirkung dieser beiden Garantien wird durch die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung während der ersten zwei Jahre nach Inbetriebnahme verstärkt.

Bei der Leistungsgarantie zeigen sich allerdings Ungereimtheiten: Grundsätzlich sind zum einen bei Solarmodulen Leistungstoleranzen bereits einkalkuliert und zum anderen sind Messtoleranzen von plus bis minus drei Prozent Standard. Besitzer von Photovoltaikanlagen fragen sich zurecht, wie unter diesen Umständen die für eine Inanspruchnahme von Gewährleistungen üblichen zehn Prozent einer Leistungsminderung nachgewiesen werden sollen. Dieser Nachweis wäre aber zwingend erforderlich, da Solarmodul-Hersteller über die Zeitspanne von zehn Jahren eine Leistungsgarantie von 90 Prozent auf die Module einräumen. Was für den Verbraucher ein wenig Sicherheit für den Nachweis eines Garantiefalles geben könnte, wäre eine korrekte Dokumentation der Leistungsprotokolle der Photovoltaikanlage bereits bei der Lieferung.

Die Leistungsgarantie und die Formulierung der Garantiebedingungen obliegen dem einzelnen Solarmodul-Anbieter. Die Folge sind schwammige Klauseln und die Problematiken beim Nachweis der Leistungsminderung waren so auffällig, dass die Verbraucherschutzzentrale NRW sich zu Abmahnungen veranlasst fühlte.

Die Gefahr für den Endkunden besteht im Hinblick auf diese Zustände darin, dass Photovoltaik-Anbieter im Garantiefall lediglich den Restwert der Anlage erstatten. Nur sind die finanziellen Verluste durch verminderte Einspeisevergütung leider in der Regel deutlich höher. Noch absurder sind die Anforderungen anderer „Garantiegeber“: Bei diesen muss der Eigentümer der beschädigten Anlage im Garantiefall alle entstehenden Unkosten wie Gutachtenerstellung oder Leistungsmessung selbst tragen – es liegt klar auf der Hand, dass in diesem Fall eine Leistungsgarantie nichts wert ist.
Letztlich ist jedem angehenden Besitzer einer Photovoltaikanlage zu raten, die Bedingungen der Leistungsgarantie vor dem Kauf gründlich zu lesen und vor allen Dingen, sie mit denen anderer Anbieter zu vergleichen.